Ethikbezogenes Investment

Projektleitung: Prof. Dr. Bernhard Emunds

Projektbearbeitung: Wolf-Gero Reichert

Laufzeit: Januar 2009 - Februar 2010    

Wolf-Gero Reichert und Bernhard Emunds haben ein Forschungsprojekt bearbeitet, dessen Ziel es war, der von der Deutschen Bischofskonferenz eingesetzten Sachverständigengruppe "Weltwirtschaft und Sozialethik" zu helfen, eine Studie zum Ethikbezogenen Investment zu schreiben.

Ethikbezogenes Investment wird seit einigen Jahren auch von den kirchlichen Banken angeboten. Insofern es sich dabei um eine relativ junge Entwicklung handelt, gibt es offene Fragen hinsichtlich der Kriterien und der Wirksamkeit solcher Geldanlagen. Das ZdK hat im August 2007 eine Erklärung und eine Handreichung zu dem Thema vorgelegt, und damit eine breite Auseinandersetzung mit dem Thema nicht nur innerhalb der Kirche ausgelöst.

Aus makroökonomischer Perspektive kommt dem ethikbezogenen Investment vom Volumen her derzeit kein großes Gewicht zu. Dies schließt jedoch nicht aus, dass es in Zukunft an Bedeutung gewinnt. Die ersten Schritte kirchlicher Banken in diese Richtung sind viel versprechend. In den meisten Fällen wird ethikbezogenes Investment allerdings als zusätzliches Angebot, nicht als grundsätzliche Neuorientierung der Geschäftspolitik verstanden.  Darüber hinaus scheint ethikbezogenes Investment geeignet, zu mehr Transparenz bei den börsennotierten Unternehmen zu führen, da sich diese einem Ratingverfahren durch spezielle Agenturen hinsichtlich ihrer ethischen Maßstäbe und deren Umsetzung zu unterziehen haben. Bei Staatsanleihen und Rentenpapieren könnte die Berücksichtigung entwicklungspolitischer Interessen als Investitionskriterium die Situation in Entwicklungs- und Schwellenländern positiv beeinflussen. Die Handreichung des ZdK verweist zudem auf die zusätzliche Möglichkeit der Kirchen, durch die Bündelung der Stimmrechte kirchlicher Anleger deren Interessen und Anliegen gegenüber den Unternehmen mit erheblichem Gewicht zu vertreten. Hier gibt es positive Erfahrungen der katholischen Kirche in den Vereinigten Staaten und der anglikanischen Kirche, die diesen Weg seit Jahren beschreiten. Ein weiterer wichtiger entwicklungspolitischer Aspekt des ethikbezogenen  Investments liegt darin, dass über Ethikfonds dem Mikrokreditbereich zusätzliche Mittel zugeleitet werden können.

Die Studie entwickelt sozialethisch reflektierte Kriterien, welche die Geschäftspraxis der Finanzinstitute mit Angeboten ethikbezogener Geldanlage orientieren sollen. Zum Anderen werden aus sozialethischer und ökonomischer Sicht die Möglichkeiten reflektiert,  welche das ethikbezogene Investment für die verantwortliche Vermögensanlage der Kirchen sowie für Christen allgemein bietet.

Zum Download der Studie

Zum Download der englischen Übersetzung der Studie