Ethos und Regulierung des Investmentbanking

Projektleitung: Bernhard Emunds

Projektbearbeitung: Wolf-Gero Reichert

Laufzeit: Dezember 2008 - Juli 2010

Gefördert von: Bundesbank Hauptverwaltung Frankfurt  

Mit der Weltfinanzkrise ist auch die Ausrichtung der Finanzwirtschaft auf das Gemeinwohl in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses gerückt. In den Medien dominiert eine moralisierende Krisenanalyse, die die Entstehung der aktuellen Krise auf die Geldgier der beteiligten Banker zurückführt. Aus sozialethischer Perspektive sind jedoch die entscheidenden Krisenursachen in Defiziten in den Regelsystemen zu suchen. Diese haben offenbar ihre Aufgabe nicht erfüllt, die Handlungen der vielen - jeweils ihren Eigennutz verfolgenden - Akteure so zu lenken, dass sie faktisch das Gemeinwohl fördern.

Zugleich ist allerdings zu berücksichtigen, dass es in den letzten Jahrzehnten zu einem wahren Wettlauf zwischen den Regulatoren und den Regulierten der Finanzwirtschaft gekommen ist. Auf jede Modernisierung der Regeln hat das Investmentbanking mit Finanzinnovationen reagiert, mit denen die Vorschriften umgangen werden konnten. Wenn einzelwirtschaftliche Akteure staatliche Vorschriften immer nur dem Buchstaben, nicht aber dem Geiste nach befolgen, sind nationalstaatliche Regierungen offenbar nicht in der Lage, ihre Gestaltungsziele allein dadurch zu erreichen, dass sie Regelwerke beschließen und deren Einhaltung durchsetzen.

Diese Überlegungen verweisen darauf, dass die Finanzwirtschaft im allgemeinen, das hoch innovative Investmentbanking im besonderen nur dann effizient reguliert werden kann, wenn auch die Überzeugungen, Wertvorstellungen und Normen, welche die Finanzpraxis orientieren, einbezogen werden.  

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Zum Download des Artikels "Das Ethos des Investmentbanking"