Erwerbsarbeit zwischen Subjektivierung, Digitalisierung und Sorgepflichten

Hauptseminar

Zeitraum:

Dienstag 14.30 Uhr bis 16.00 Uhr und 16.15 Uhr bis 17.45 Uhr

am 24.10.2017, 14.11.2017, 12.12.2017, 19.12.2017, 16.01.2018 und 30.01.2018

Kursbeschreibung:

ArbeitnehmerInnen sind heute zumeist als mitdenkende Personen gefragt, die eigenständig auf - vielfach ja auch unerwartete - Anforderungen reagieren sollen; das gilt zunehmend auch bei einfacheren Jobs. Viele Erwerbstätige müssen sogar Mitplanende sein. Man stellt ihnen Aufgaben, aber darüber, wie sie diese erfüllen, können und sollen sie selbst entscheiden. Für diese Entwicklung steht der Begriff "Subjektivierung" der Arbeit. Mit dieser Subjektivierung verbunden ist bei nicht wenigen ArbeitnehmerInnen eine Flexibilisierung ihrer Arbeitszeit und - durch die Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) - zunehmend auch ihres Arbeitsortes. So wird es immer schwerer, den privaten Bereich den Anforderungen der Erwerbsarbeit zu entziehen.

Mit dieser Flexibilisierung und mit der zunehmenden Erwerbspartizipation der Frauen, der keine im gleichen Maße steigende Partizipation der Männer an der Erwerbsarbeit entspricht, wird es immer schwieriger, die notwendige Sorgearbeit gerecht - und für alle Beteiligten gut - zu organisieren. Viele Erwerbstätige, vor allem viele Frauen müssen tagtäglich mit einer Vielzahl aufreibender Ansprüche an ihre Zeit, ihre Aufmerksamkeit und ihre Leistungsfähigkeit jonglieren.

In diese Konstellation hinein scheint eine neue Welle der Digitalisierung der Unternehmen Fahrt aufzunehmen. Natürlich sollte man nicht allen "Industrie 4.0"-Verheißungen Glauben schenken. Trotzdem hat diese Entwicklung das Potenzial, die Arbeitswelt (und damit das Leben hierzulande) noch einmal gründlich durcheinander zu wirbeln. Wird Erwerbsarbeit in Zukunft überflüssig oder eine Aufgabe (und Chance) allein einiger weniger Hochqualifizierter? Bedarf es nicht jetzt endlich der Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommens? Oder haben Erwerbstätige in Zukunft dank neuer IKT immer Dienst bzw. Rufbereitschaft? Tritt mit der Ausbreitung der Plattformökonomie die prekäre Selbständigkeit an die Stelle des Arbeitnehmerstatus?

In dem Hautseminar geht es um die Analyse dieser Entwicklungen (und verbreiteter Prognosen), um deren Beurteilung aus einer christlich-sozialethischen Perspektive und um Reformoptionen für eine sich wandelnde Arbeitswelt.

 

 

Aktuelle Themen der Christlichen Gesellschaftsethik: Leitideen sozialer Sicherung im internationalen Vergleich

Kolloquium

Zeitraum:

Mittwoch, 24.01.2018, 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr

Kursbeschreibung:

Die TeilnehmerInnen stellen sich wechselseitig neuere Beiträge zur vergleichenden Sozialstaatsforschung vor. Im Fokus steht die Forschung zu den leitenden Wert- und Normvorstellungen der für die jeweilige Sozialstaatsentwicklung einflussreichen gesellschaftlichen Gruppen bzw. Organisationen.

Auf diese Weise entsteht ein Bild des aktuellen Forschungsstandes in diesem Bereich - und zugleich eine Grundlage für Diskussionen im Kreis der KolloquiumsteilnehmerInnen.

 

 

Aktuelle Studien zur Christlichen Gesellschaftsethik

Oberseminar

Kursbeschreibung:

In dem Oberseminar stellen Studierende ihre Qualifikationsarbeiten (Bachelor, Magister, Lizentiat, Promotion) zur Diskussion. Termine werden noch bekanntgegeben. Interessenten wenden sich bitte per Mail an nbi@sankt-georgen.de