Deutschlandradio: Friedhelm Hengsbach SJ über das neue Sozialwort der Kirchen 2014

Verffentlicht am 03.03.14 um 12:07 Uhr

"Ein Papier aus der Weltraumperspektive"

Am vergangenen Freitag ist das neue Sozialpapier der beiden Großkirchen Deutschlands veröffentlicht worden. 17 Jahre nach dem ökumenischen Sozialwort schalten sich die Kirchen in die Diskussion um soziale Gerechtigkeit und um eine Wirtschaftsordnung in Zeiten der Globalisierung ein.

Der Jesuit und Sozialethiker Friedhelm Hengsbach verdeutlicht im Gepräch mit Joachim Scholl vom Deutschlandradio seine Einschätzung des Papiers. Er betont, dass es sich dabei um ein Schreiben der Kirchenleitung und nicht der Kirchen insgesamt handelt. Das Papier bleibe inhaltich blass und blende die Rolle der Kirchen selbst mit Blick auf die geforderte "gemeinsame Verantwortung" völlig aus.

Für den christlichen Sozialethiker Hengsbach greift das neue Sozialwort der Kirchen zu kurz. Dies werde daran deutlich, dass die Verfasser jene, die von sozialen Konflikten betroffen seien bzw. an ihnen litten kaum in den Blick nähmen -  ganz im Gegensatz zu Papst Franziskus', der sich in seinem Schreiben deutlich auf die Seite der Armen und Ausgegrenzten stellt. Letztlich spiegele das deutsche Kirchenpapier nur den Hauptstrom der öffentlichen Meinung wider, politische Konsequenzen würden nicht gezogen.

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