NDR Kultur: Friedhelm Hengsbach SJ über den Kapitalismus im 21.Jahrhunder

Verffentlicht am 16.05.14 um 10:20 Uhr

Im Gespräch mit Claudia Christophersen spricht der Jesuitenpater Hengsbach über die von Thomas Piketty ausgehende These, dass Rendite aus Arbeit geringer ausfallen als Rendite aus Kapitel, sprich man muss erben, um reich zu bleiben - eine Ungerechtigkeit nach Piketty und Hengsbach.

Friedhelm Hengsbach verdeutlicht, dass die Schere zwischen Einkommen und Vermögen immer größer wird, was nicht nur zu einer Schieflage in Machtverhältnissen führt, sondern auch verdeutlicht, dass die Verteilungsfrage immer zentraler für politsche und gesellschaftliche Debatten wird. Auf die Frage nach einer gerechten Gesellschaft antwortet der Sozialethiker Hengsbach mit drei Forderungen, nämlich nach einer Steuer auf höherer Einkommen, dies ist auch eine der zentralen Forderungen Pikettys, nach Stärkung der Tarifpolitk und vor allem nach Mitbestimmung. Es muss, so Hengsbach, eine Korrektur des Ziels der ausschließlichen Erhöhung des Geldeinkommens erreicht werden - und dies geschieht nur durch Mitbestimmung.