Nr. 1 - Christliche Gesellschaftsethik als ethische Reflexion politischer Glaubenspraxis

Friedhelm Hengsbach SJ, Bernhard Emunds, Matthias Möhring-Hesse

Menschen handeln in Gesellschaft. Dabei erscheint ihnen Gesellschaft als ein
vorgegebener Zusammenhang gemeinsamer Verhaltensmuste, Sinnwelten Institutionen, in den ihr Handeln eingewoben ist: lhre individuell zurechenbaren
Handlungen unterliegen Bedingungen, für die die einzelnen nicht verantwortlich sind; sie haben jenseits der intendierten Handlungsziele Handlungsfolgen die, weder beabsichtigt waren, noch gänzlich überblickt werden können. Von den jeweils anderen Akteuren werden diese individuellen Handlungen zudem erst verstanden, wenn sie sozial eingespielte Handlungsmuster spiegeln und sich kollektiven Erwartungen fügen. Menschen sind zwar die Subjekte ihrer eigenen Geschichte; doch dürfen sie - trotz ihrer unableitbaren Freiheit,  ihrer schöpferischen Phantasie und autonomen Gestaltungsmacht - nicht mit der Erwartung überfrachtet werden, sie hätten ihre Gesellschaft souverän "im Griff". Eher werden sich die weitaus meisten Menschen nur als ein "Rädchen" einer unübersichtlichen Maschinerie, als Mikrobe eines übermächtigen "Leviathans" erfahren und fragen:"Was kann ich schon machen?"

[Vollständiges Arbeitspapier als PDF]