Nr.13 - Verfügungsrechte auf Finanzmärkten -Impulse einer Fachkonferenz-

Friedhelm Hengsbach SJ, Bernhard Emunds (Hg)

Gemeinsam mit der Hans-Böckler-Stiftung lud das Nell-Breuning-lnstitut im September 1994 zu einer zweiten Fachkonferenz, auf der Wirtschaftspolitik unter den Bedingungen globalisierter Finanzmärkte kritisch reflektiert wurde. Mit der Themenstellung "Verfügungsrechte auf Finanzmärkten" wurde das zentrale Ergebnis der ersten Fachkonferenz des Nell-Breuning-lnstitutes vom Herbst 1993 aufgegriffen: die Entkopplung von Eigentum und Verfügungsrechten.

An die Stelle des Eigentümer-Unternehmers ist vielfach längst das komplizierte
Geflecht von Verträgen und Principal-Agent-Beziehungen moderner Kapitalgesellschaften getreten. Was aber ist dann mit der "diziplinierenden" Funktion, die in Property Rights-Analysen der Institution des Eigentums zugesprochen wird? Folgt man einer verbreitetenA nalyse, so übernehmen die Finanzmärkte diese Aufgabe einen effizienten Ressourceneinsazt zu erzwingen. Finanzmärkte können dabei - gleichermaßem als Märkte für Finanzmittelund als Märkte für Unternehmenskontrolle verstanden werden: Demnach erhält-erstens- ein Unternehmen nur dann Finanzmittel, wenn seine Ertragserwartungen eine Rückzahlung wahrscheinlich machen.
Und - zweitens- wird das Management, das die Gewinnmöglichkeiten eines Unternehmens nicht voll ausschöpft, abgelöst, weil sich die "lnsider" der Branche das folgende einträgliche Geschäft nicht entgehen lassen. Sie können die Eigenkapitalmehrheit des Unternehmens kaufen und, nachdem sie ein erfolreicheres Management eingesetzt haben, mit Gewinn wieder verkaufen.

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