Nr.15 Industrielle Beziehungen, Integrationsprobleme und strategische Reaktionen

Wolfgang Schroeder

Arbeitgeberverbände in der Metall- und Elektroindustrie


Die in den letzten Jahren auch öffentlich ausgetragenen Integrationsprobleme der Arbeitgeberverbände sind zu einer zentralen Herausforderung für die Weiterentwicklung des bundesdeutschen Modells industrieller Beziehungen geworden. Während es den Arbeitgeberverbänden in der Vergangenheit trotz vorhandener Differenzen meist gelang, geschlossen aufzutreten, ist dies in wichtigen industriellen Branchen, mit der Ausnahme des hyperstabilen Arbeitgeberverbandes der Chemieindustrie, ist seit einigen Jahren nicht mehr möglich. Neben einer Zunahme von Integrationsproblemen sticht eine zweite Veränderung ins Auge: Haben die Arbeitgeberverbände in der Vergangenheit meistens auf die Forderungen der Gewerkschaften reagiert, so suchen sie seit einigen Jahren, selbst die Initiative zu übernehmen. Sie warten nicht mehr
darauf, bis die Gewerkschaften ihre Forderungen aufgestellt haben, sie stellen selbst Forderungen auf. Sie warten auch nicht mehr darauf, dass die Gewerkschaften den Tarifvertrag kündigen; sie lösen Verträge zunehmend von sich aus auf. lm Einzelfall schrecken sie auch nicht vor dem Vertragsbruch zurück (Ostdeutschland 1993)

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