Nr.22 Verteilungsgerechtigkeit

Vorbereitende Überlegungen zu einer Ethik der Reichtumsverteilung

Matthias Möhring-Hesse

Mit dem Konzept <Verteilungsgerechtigkeit> arbeiten Akteure gemeinsame Probleme knapper Güter. Übersteigt die Menge der verteilbaren Güter die Menge der Ansprüche auf diese Güter und werden überdies sämtliche A nsprüche bedient, dann tritt deren Verteilung (zumindest) bei den beteiligten Akteuren nicht in den Problemhorizont, vor dem sich ihnen Fragen der Gerechtigkeit stellen. Unter den Bedingungen der Knappheit
dagegen werden Akteure Vorstellungen von einer gerechten Verteilung bemühen, um eigene Ansprüche durchzusetzen oder die Ansprüche anderer zurückzuweisen bzw. die gesellschaftlichen Strukturen der Anspruchsbegründung und -durchsetzung zu verteidigen oder zu kritisieren. Mithin geht es bei der Verteilungsgerechtigkeit um die Limitierung des Zugriffs auf Güter bzw. um die Legitimation der Aufteilung knapper Güter oder um deren Kritik.

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