Nr. 24 - Finanzströme in Entwicklungsländer - in welcher Form zu wessen Vorteil?

Impulse einer Fachkonferenz

Friedhelm Hengsbach SJ, Bernhard Emunds (Hg.)

Vor der Asienkrise war in der Ökonomie die Ansicht vorherrschend, dass institutionelle Anleger aus den Industrieländern die in den Entwicklungs-, Schwellen- und Transformationsländern (im folgenden kurz: Entwicklungsländer) Wertpapiere kaufen, zum Vorteil der Schuldner und ihrer eigenen Gläubiger handeln: Indem sie den Unternehmen und Regierungen der Entwicklungsländer Finanzmittel zur Verfügung stellen, ermöglichen sie einen zügigeren Aufbau des gesamtwirtschaftlichen Kapitalstocks und damit ein dynamischeres Wachstum der Empfängerländer. Zugleich bieten sie den Haushalten in Industrieländern, die sich vermehrt um eine private
Altersvorsorge bemühen müssen, Rendite, die in ihren eigenen Ländern kaum mehr erwirtschaftet werden können. Der Erfolg solcher Finanzbeziehungen hänge allein von der >richtigen< Politik in den Schuldnerländern ab : Die Regierungen dieser Länder müßten >nur< konsequent die Inflation bekämpfen, die Staatsquote und das Budgetdefizit senken, Staatsbetriebe privatisieren, die Märkte deregulieren, sich dem internationalen Handel öffnen und gleichzeitig durch vollständige Liberalisierung der Finanzmärkte jenes ausländisches Kapital anziehen, das sie aufgrund ihrer geringen internen Sparquote für den dynamischen Wachstumsprozess benötigen.

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