Nr. 41 - Unternehmenskontrolle durch Aktionäre in Deutschland - Wirtschaftsethische Überlegungen zu einer möglichen Transformation

von Bernhard Emunds

Im Februar 2005 konnte Josef Ackermann, der Sprecher des Vorstands der Deutschen Bank, auf eine gute Gewinnentwicklung seines Instituts verweisen; zugleich teilte er allerdings auch mit, an seinem Ziel einer Eigenkapitalrendite von 25% für 2005 festzuhalten und zu diesem Zweck weltweit mehr als 5.000 weitere Stellen abzubauen. In der dadurch ausgelösten öffentlichen Debatte kritisierten die einen den Deutsche Bank-Chef dafür, dass er den massiven Stellenabbau seines Instituts auch in Zeiten einer guten Gewinnentwicklung fortführe. Die anderen verwiesen darauf, dass Ackermann keine Wahl habe. Wenn er sein Finanzinstitut vor einer feindlichen Übernahme durch einen auswärtigen Konkurrenten schützen wolle, müsse er den Marktwert des Eigenkapitals der Bank maximieren. Auch wenn diese Debatte hier nicht weiter verfolgt werden soll, der Verweis auf die Gefahr einer feindlichen Übernahme rückt die Frage nach der veränderten gesamtwirtschaftlichen Rolle des deutschen Aktienmarktes in den Mittelpunkt des Interesses: Was hat sich in den letzten Jahren verändert, so dass heute mit dem Verweis auf mögliche Aktientransaktionen - denn nichts anderes wäre eine feindliche Übernahme - ein umfangreicher Stellenabbau legitimiert werden kann?

 

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