Nr. 50 - Armutsbekämpfung durch Gruppenkredite

von Markus Demele

Der afrikanische Kontinent ist wie keine andere Region dieser Erde von extremer Armut betroffen. In seinem nachsynodalen Schreiben Ecclesia in Afrika" weist Johannes Paul II. nachdrücklich auf die gravierenden Probleme vieler afrikanischer Länder hin. "Wachsende Armut, die Urbanisierung, die internationale Verschuldung, der Waffenhandel, das Problem der Flüchtlinge und Vertriebenen, die Bevölkerungsprobleme und Bedrohungen, die auf der Familie lasten, die Emanzipation der Frauen, die Ausbreitung von AIDS, das Fortbestehen der Sklaverei in einigen Gegenden, der Ethnozentrismus und die Stammesfehden" gehören "zu den wesentlichen Herausforderungen" der Gegenwart (Johannes Paul II. 1995, Rn. 51).

Angesichts des afrikanischen Elends, ruft der Papst alle Menschen dazu auf, "gemeinsam für die Förderung und Entwicklung des Menschen auf allen Ebenen" einzutreten (Johannes Paul II. 1995, Rn. 66). Diese Förderung und Entwicklung des Menschen kann vielgestaltig sein. In den letzten drei Jahrzehnten wurden daher in der Entwicklungszusammenarbeit verschiedenste Modelle formuliert und Entwicklungsansätze ausprobiert. Dabei kommt nach gegenwärtiger Überzeugung „der Finanzwirtschaft eine wichtige Bedeutung bei der Verbesserung der Lebenssituation der armen Bevölkerungsgruppen zu“ (DBK 2001, S. 14). Die Wissenschaftliche Arbeitsgruppe für weltkirchliche Aufgaben der Deutschen Bischofskonferenz fordert daher, die Hilfe zur Entwicklung sollte "vor allem die ökonomische Initiative der Menschen fördern (..). Dies erfordert vor allem einen verbesserten Zugang der Armen zu Krediten." Da es sich bei Finanzdienstleistungen für die Armen um kleinere Kreditbeträge und einfache Anlageformen handelt, bezeichnet man diesen Teil der Finanzwirtschaft auch als Mikrofinanz. Die weltweite Entwicklung des Mikrofinanzsektors ist ein Trend der letzten zwei Entwicklungsdekaden und mit großen Hoffnungen auf eine Anhebung des Wohlstandsniveaus in Entwicklungsländern verbunden. Auch viele kirchliche Institutionen und katholische Verbände haben Mikrokredite als Mittel der Armutsbekämpfung erkannt und entsprechende Initiativen gestartet.

 

Vollständiges Arbeitspapier als PDF