Nr. 55 - Goodbye Wallstreet, hello Wallstreet!

von Bernhard Emunds

In Krisen kommt Untergangsstimmung auf. Alles scheint umzustürzen, kein Stein auf dem anderen zu bleiben. Der Eindruck herrscht vor, eine völlig neue Welt entstehe. "Nichts wird bleiben, wie es war", hieß es vor sieben Jahren nach dem Einsturz der Twin Towers in Manhattan. Und doch läuft das Meiste heute so wie Ende der 90er Jahre. In der aktuellen Finanzkrise mehren sich die Kommentare, die der anglo-amerikanischen Finanzwirtschaft, insbesondere dem schnellen Geld auf den Börsen und den hohen Margen durch Erfindung immer neuer komplexer Finanzprodukte, den Abschied geben. "Goodbye Wallstreet", das "Ende der Wallstreet" liest man in allen Zeitungen. Auch hier ist manches überdreht. Das bedeutet allerdings nicht, dass Finanzgeschäfte und Finanzmarktpolitik nach der Krise genau so weiterlaufen können wie bisher - und erst recht nicht, dass sie genau so weiterlaufen sollten! Bei einer schnellen Rückkehr zum "business as usual" wäre die nächste Krise vorprogrammiert. In dem vorliegenden Beitrag möchte ich aufzeigen, in welchen Bereichen m.E. die heutige kapitalmarktdominierte Finanzwirtschaft einer grundlegenden Neuordnung bedarf und in welche Richtung politisch versucht werden sollte, die finanzwirtschaftlichen Entwicklungen politisch umzusteuern.

 

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