Nr. 59 - Missionierende Sozialverkündigung?

von Bernhard Emunds

Als Papst Benedikt XVI. im Sommer 2009 die Sozialenzyklika Caritas in Veritate veröffentlichte, fand sie im deutschsprachigen Raum kaum positive Resonanz. Nach einem halben Jahr stellte der Vorsitzende der deutschen Kommission Justitia et Pax, Bischof Dr. Stephan Ackermann, fest, "dass der öffentliche Diskurs und Teile der Politik mit der Enzyklika und ihrer Kernbotschaft `fremdeln`" (Ackermann 2009, 7). Besonders enttäuscht zeigten sich - bis auf wenige Ausnahmen - die Vertreterinnen und Vertreter des Fachs Christliche Gesellschaftsethik. Und das aus gutem Grund! Die Zentralaussage von Caritas in Veritate weicht deutlich von dem theologisch-sozialethischen Profil ab, das die universalkirchliche Sozialverkündigung in den letzten 45 bis 50 Jahren entwickelt hat. Aus Sicht der meisten Sozialethikerinnen und Sozialethiker unterbietet sie das dort bereits erreichte Reflexionsniveau bezüglich der Gestaltung von Institutionen, des Verhältnisses zwischen Kirche und säkularer Gesellschaft sowie der Mitwirkung von Christen und kirchlichen Organisationen an der Lösung sozialer und internationaler Probleme.

 

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