Der folgende Text geht von zwei zentralen Ausgangsthesen aus: Einerseits, dass die mit der Industrialisierung einsetzenden Vergesellschaftungsmodalitäten selbst bereits über weite Strecken einer  nachliberalen Logik folgten und uns in den europäischen Industriestaaten ein postliberales Komplexitäts- und Problemniveau bescherten.
Zweitens, dass diese postliberalen Vergesellschaftungsprozesse für die politische Theorie ebenso wie für den Mainstream der christlichen Sozialethik bis heute eine Art ›blinden Fleck‹ darstellen und insofern eine Herausforderung bilden.

Nach einer knapp gehaltenen, einordnenden Vorbemerkung geht es im Folgenden um drei Fragen: Erstens die Frage nach den Rezeptionsfeldern postliberaler Semantik (welche sind zu unterscheiden?), zweitens die Frage nach postliberalen Konstellationen (ab wann tauchen sie auf, und welche konkreten Formen weisen sie auf?) und drittens die Frage nach einer  postliberalen Theoriebildung (woran könnte eine solche sich orientieren?).

[Weiterlesen]