Nr.62 - Umweltgerechtigkeit und ökologische Demokratie. Ein Entwurf von Anton Leist

"Not ist hierarchisch, Smog ist demokratisch." Noch 1986 vertrat Ulrich Beck die These, dass die Belastungen durch Umweltverschmutzungen alle Bevölkerungsteile gleichermaßen betreffen. Er war der Ansicht, dass die Möglichkeiten, sich diesen Belastungen zu entziehen, unabhängig sind von Einkommen und sozialer Schicht. Zur gleichen Zeit hatten sich in den USA bereits die Anfänge der "Environmental Justice"-Bewegung entwickelt, die eine ungerechte Verteilung der Umweltbelastungen anprangerte. Die Anhänger der Bewegung, die vornehmlich aus den einkommensschwachen Teilen der Bevölkerung kamen, sahen sich erheblich höheren Belastungen durch Umweltverschmutzungen ausgesetzt als die einkommensstarken Schichten. Die Proteste richteten sich hauptsächlich gegen die Regierung, der man die Schuld an dieser ungerechten Verteilung gab. 

Auch in der Bundesrepublik Deutschland treffen Umweltschäden immer häufiger die finanziell und sozial schwachen Bevölkerungsschichten. Die Verbindung dieser beiden politischen Themen - Ökologie und soziale Gerechtigkeit - ist jedoch erst in der neueren Debatte erkannt und aufgegriffen worden. Während sie in den USA bereits seit Beginn der 1980er Jahre diskutiert wurde, haben deutsche Politiker und Philosophen erst in den letzten zehn Jahren nachgezogen. Neben mehreren bundesweiten Studien sieht sich auch die Philosophie mehr und mehr in der Pflicht, Lösungsansätze für dieses Problem zu entwickeln. Einer dieser Ansätze wurde von Anton Leist entworfen.

Die Arbeit gliedert sich in drei Hauptkapitel: Im ersten Kapitel wird die Debatte um ökologische Gerechtigkeit behandelt. Das beinhaltet zum einen ihre Entstehung und ihre internationale Entwicklung bis heute. Zum anderen wird die Situation in Deutschland in den Blick genommen. Es wird untersucht, wie sich Probleme im Bereich der ökologischen Gerechtigkeit konkret darstellen, welche Lösungsansätze bereits existieren und in welchen Bereichen noch Handlungsbedarf besteht.

Das Thema des zweiten Kapitels ist die politische Verwirklichung von Umweltgerechtigkeit. Die zentralen Thesen hierzu entstammen Anton Leists Konzept einer ökologischen Demokratie. Im ersten Abschnitt des Kapitels wird zunächst eine systematische Einordnung des Konzepts vorgenommen, um dann im zweiten Teil Leists Verständnis einer ökologischen Gerechtigkeit darzustellen.

Auf dieser Grundlage wird im dritten Abschnitt Leists Konzept einer ökologischen Demokratie entfaltet. Im dritten Kapitel erfolgt eine kritische Betrachtung des von Leist entwickelten Konzepts einer ökologischen Demokratie. Dies beinhaltet zum Einen die Anwendung auf aktuelle umweltpolitische Problemstellungen. Zum anderen wird das Konzept daraufhin untersucht, ob es Mängel innerhalb der zentralen Begründungsmuster aufweist. Abschließend wird überprüft, ob sich das Konzept um die christliche Dimension der Schöpfung erweitern lässt.

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