Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser!

Vor dem Start in die Sommerpause möchten wir Sie/Euch mit diesem Newsletter noch über unsere neueren Veröffentlichungen und Beiträge zur öffentlichen Debatte informieren. Während u.E. die entscheidenden regulatorischen Konsequenzen aus der globalen Finanzkrise noch nicht gezogen wurden, viele Finanzmarktpolitiker aber alles "auf einem guten Weg" sehen, ist die Krise selbst zu einer handfesten Schuldenkrise mutiert. Diese Entwicklung wird uns in den nächsten Monaten sicher noch in Atem halten.

Außerhalb der sehr begrenzten katholischen Öffentlichkeit blieben zwei Begebenheiten der letzten Monate fast völlig unbeachtet: der 120. Geburtstag der ersten Sozialenzyklika "Rerum Novarum" am 15. Mai und die Veröffentlichung eines gesellschaftspolitischen Impulstextes durch eine Kommission der Deutschen Bischofskonferenz am 27. Juni. Beide Geschehnisse haben für die kirchliche Sozialethik eine gewisse Relevanz, die sich auch in unserem Newsletter widerspiegelt.

 Das NBI-Team wünscht Ihnen/Euch Freude beim Lesen des ein oder anderen "verlinkten" Textes und vor allem eine gute Ferienzeit.

Bernhard Emunds.

NBI Standpunkt: Zukunft der Sozialen Marktwirtschaft

Mit dem Ende Juni veröffentlichten Impulstext "Chancengerechte Gesellschaft" hat die Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der Bischofskonferenz das wirtschaftsliberale Fahrwasser, in das sie vor acht Jahren mit dem umstrittenen Papier "Das Soziale neu denken" manövrierte, nur teilweise verlassen. Am Tag der Veröffentlichung des Impulstextes haben die vier Sozialethiker Bernhard Emunds, Karl Gabriel, Hermann-Josef Große Kracht und Matthias Möhring-Hesse mit einem Text dazu Stellung genommen.

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Neue Bücher

  • Gottes Volk im Exil - Anstöße zur Kirchenreform
    von Friedhelm Hengsbach SJ, Juli 2011
    Friedhelm Hengsbach legt in seinem neuen Buch den Finger in die »offenen Wunden« der Kirchen, insbesondere der katholischen Kirche. Er zeigt auf, dass die Institutionen für viele Glaubende zu Räumen der Fremde geworden sind. Das Volk Gottes lebt im Exil, innerhalb und außerhalb der Kirchen. Doch dieses Leben im Exil schafft Raum für Veränderung – spirituell, theologisch und kirchlich. Ganz in diesem Sinne legt Hengsbach Bausteine für eine neue Architektur der Kirchen vor, für ihre Reform an Haupt und Gliedern.

  • Ethik der Entwicklung. Sozialethische Perspektiven in Theorie und Praxis
    hrsg. von Markus Demele, Michael Hartlieb & Anna Noweck, Mai 2011
    Gerechtigkeitsdiskurse gehören zu den klassischen Themen der Philosophie. Die Suche nach Gerechtigkeit erfolgt heute in einer radikal globalen Perspektive, da das Nebeneinander von Überfluss und tödlicher Not durch Medien, moderne Kommunikationsmöglichkeiten und vernetzte Ökonomien für jeden Menschen sichtbar und erfahrbar ist. Dieser Tagungsband bietet zunächst eine theoretisch-anthropologische Grundlegung, die den weiten Begriff der Entwicklung pointiert. Daran schließt sich eine Diskussion an, die zum einen die Diskurse um Nachhaltigkeit und Umweltethik aufnimmt und zum anderen interkulturelle Perspektiven vorstellt, die die Relevanz der Vermittlung zwischen divergierenden Konzepten guten Lebens in der Entwicklungszusammenarbeit deutlich machen.

Wissenschaftliche Veröffentlichungen

Kommentare & Positionen

  • Europäische Solidarität - nicht zum Nulltarif
    von Friedhelm Hengsbach SJ, Juli 2011
  • Wirtschaftsethische Perspektiven des Menschenrechts auf Nahrung
    von Bernhard Emunds, Juni 2011
  • Rerum Novarum - der erste Schritt für menschenwürdige Arbeit heute
    von Markus Demele, April 2011
  • Das ungleichzeitige Jubiläum - 120 Jahre Rerum Novarum
    von Bernhard Emunds, April 2011
  • Das Berufsethos der Finanzpraktiker
    von Wolf-Gero Reichert, März 2011

Jahresbericht 2010 im Frühjahr erschienen

Bereits im Frühjahr erschien der Jahresbericht  des Instituts. Wie schon in den Jahren zuvor, enthält er einige kleine "Werkstücke" aus der sozialethischen Werkstatt des Instituts. Ergänzt wird er durch den Rechenschaftsbericht, in dem Sie eine Auflistung der einzelnen Aktivitäten der Mitarbeiter finden. Beide Berichte schicken wir Ihnen auf Anfrage auch gerne mit der Post zu.

Das NBI in den Medien

Zeitungen & Zeitschriften

    • Wie viel Moral braucht die Wirtschaft?
      Wolf-Gero Reichert im Sonntagsblatt, April 2011
    • Edel sei das Geld, hilfreich und gut
      Bernhard Emunds in einem Beitrag zum ethischen Investment der ZEIT, Juni 2011

     

    Radio, Fernsehen & Internet

      Ansgar Kreutzer zum Professor ernannt

      Der ehemalige Mitarbeiter des Nell-Breuning-Instituts ist am 1. März 2011 zum Professor für Fundamentaltheologie an der Katholisch-Theologischen Privatuniversität Linz berufen worden.

      Prof. Dr. Kreutzer habilitierte sich 2010 mit der Arbeit "Kenopraxis. Eine handlungstheoretische Theologie der Selbstentäußerung". Zu seinen Arbeitsschwerpunkten, die er interdisziplinär - theologisch, ethisch und soziologisch - bearbeitet, gehört eine Theologie des Alltags, zu der er gerade den interessanten Sammelband "Arbeit und Muße" veröffentlicht hat.

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