Mehr Wettbewerb im Gesundheitssystem – unter dem Anspruch von Gerechtigkeit und Solidarität

Die Überschrift meines Vortrags als Thema, das mir zu Beginn des Forums gestellt worden ist, scheint ein Ensemble abstrakter und diffuser Begriffe wie Wettbewerb, Gesundheitssys-tem, Gerechtigkeit, Solidarität zu enthalten, denen jeweils individuelle oder kollektive Akteure zugeordnet sind: Patienten und Versicherte, die Gesundheitsgüter nachfragen, und eine ext-rem ausdifferenzierte und fast unüberschaubare Menge von Akteuren, die solche Güter an-bieten.. Indem ich diese Totalität zu entflechten versuche, stoße ich in einem ersten Schritt auf den Wechsel von Ansprüchen der Patienten, die zugleich gesetzlich oder privat Versicherte sind. Diese richten sich auf ein facettenreiches Gesundheitssystem, das in Teilsysteme ausdiffe-renziert ist: Auf der staatlichen Ebene spielen der Bund und die Länder sowie die kommuna-le Verwaltung die Hauptrolle; auf der mittleren Ebene der gemeinsamen Selbstverwaltung agieren die Kassenärztlichen Vereinigungen, die Verbände der gesetzlichen und privaten Krankenkassen, die Krankenhausgesellschaften und der gemeinsame Bundesausschuss. Ihnen können die Ärztekammern, die Apothekervereinigung und sonstige Berufsverbände, die Pharmaunternehmen und die medizinisch-technischen Firmen zugeordnet werden; auf der unteren Ebene befinden sich diejenigen, die Gesundheitsgüter nachfragen und stationär oder ambulant anbieten: Patientinnen und Patienten einerseits, Krankenhäuser, niedergelas-sene Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegekräfte und Angehörige von Heilberufen anderseits. Veränderungen, die sich in diesem komplexen System seit Beginn des Jahrhunderts haben beobachten lassen, will ich in einem zweiten Schritt erläutern.

 

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