Michael Wolff entwickelt drei Thesen. Die erste These befasst sich mit dem Wandel vom Zeitalter der "sozialen Moderne" zum Zeitalter "regressiver Modernisierung" (vgl. Nachtwey 2016). Dieser Wandel speist sich wiederum aus verschiedenen zum Teil tiefgreifende Veränderungesprozessen, wie zum Beispiel der Wechsel von der aktiven zur aktivierenden Arbeitsmarktpolitik. Die Folgen sind eine Sorge vor sozialem Abstieg, die bis in die Mittelschicht reicht sowie die demokratischen Grundordnung in Frage stellt. Darauf aufbauend wird in der zweiten These ausgeführt, wie die zunächst fremden Zuwanderer zu Opfern der Umleitung zunehmender Abstiegsängste in Abwehrmechanismen werden. Es ist also nicht die Massenzuwanderung das eigentliche Problem, sondern das persönliche Unsicherheitsgefühl und die Abstiegssorge, die vermeintlich durch die Zuwanderung verstärkt werden. Will man die latente Fremdenfeindlichkeit bekämpfen, so muss man Wohlstand für alle fördern, soziale Ungleichheiten reduzieren und sichere und auskömmliche Arbeitsverhältnisse schaffen etc. Wie die Caritas als kirchlicher Wohlfahrtsverband dazu ihren Beitrag leisten kann, wird in der dritten These ausgeführt.

[Weiterlesen]