Marianne und Walter Dirks zu Ehren

Friedhelm Hengsbach SJ

Liebe Schwestern und Brüder, Kolleginnen und Kollegen, verehrte in der politischen Sphäre Verantwortlichen, sehr geehrte Frau Sozialministerin, liebe Malu Dreyer,

was Sie zu mir und über mich gesagt haben, hat mich schwer atmen und meine Ohren auch rot werden lassen. Ich hatte das Gefühl, vom Boden abzuheben. Und erst nach einem tiefen Ausatmen bekam ich wieder Boden unter den Füßen. Danke für das Spiegelbild, das Sie mir vorgehalten haben. Bin ich das wirklich? Wem verdanke ich einen solchen Glanz? Und welch hohe Erwartungen bringen Sie gleichzeitig zum Ausdruck, von denen ich gar nicht weiß, wie ich sie überhaupterfüllen könnte?

Einer meiner guten Freunde in Frankfurt erklärte mir vor einiger Zeit, dass man bei qualitativen Interviews zwischen der gelebten, der erlebten und der erzählten Geschichte unterscheiden müsse. Ich stelle fest, dass ich mit zunehmendem Alter dafür anfällig werde, meine Biografie zu erzählen, also zu konstruieren. Dies mag für diesen Ort zutreffen, den Kaiserdom: Gegen Ende meiner Studienzeit in Frankfurt am Main bin ich hier zum Priester geweiht worden. Und nachdem ich als junger Dozent nach Frankfurt am Main zurück gekommen war, lud mich der damalige Stadtdekan Adlhoch ein, im Dom zur Vorbereitung des Kreuzfestes sechs Fastenpredigen zu halten. Ich solle ruhig das ansprechen, was er nicht ohne weiteres sagen könne. Das habe ich getan. Aber er war nach der Messe ziemlich damit beschäftigt, Telefonanrufe entgegen zu nehmen und die Anrufenden zu beruhigen.

Hier und heute geht es um eine außergewöhnliche Stunde für diejenigen, die das Gedächtnis an Marianne und Walter Dirks im Denken und in ihrem Herzen lebendig halten. Was mich bewegt, will ich in vier Bemerkungen aussprechen.  

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