Wohlfahrtsverbände zwischen öffentlicher Armut und privatem Reichtum

In Deutschland ticken zahlreiche Schuldenuhren, die den dynamischen Anstieg der Staatsverschuldung anzeigen. Neben der bekanntesten Uhr am Eingang der Zentrale des Bundes der Steuerzahler stehen solche Uhren in Wiesbaden, in München, im Fraktionssaal der CDU im niedersächsischen Landtag und im Haus der Geschichte in Bonn. Diese Anzeigen sind indessen irreführend, solange nicht daneben eine Uhr installiert ist, die mit der gleichen Dynamik den Zuwachs des privaten Vermögens anzeigt. Denn der Saldo zwischen öffentlicher Verschuldung und privater Vermögensbildung tendiert gegen Null. Schuldnerposition und Glaubigerposition entsprechen einander.Die beispiellose Finanz- und Wirtschaftskrise hat diese Schieflage der finanziellen Ressourcen in öffentlichen und privaten Haushalten noch verschärft. Es hat den Anschein, als würden die Wohlfahrtsverbände zwischen öffentlicher Armut und privatem Reichtum zerrieben. Sollen sie Rechtsansprüche gegenüber dem Sozialstaat anmelden, dessen Agenten sie sind, oder sollen sie die privaten Haushalte um Spenden bitten, die den Bedürftigen helfen? 

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