Europa wacht auf?

Es war wohl ein schwarzer Freitag, der in der vergangenen Woche über die Deutschen hereinbrach und sie aus den Träumen des europäischen Musterknaben herausriss. Vorher gefielen sich Journalisten und Ökonomen in der Rolle von Oberlehrern, die den Griechen den Austritt aus der Eurozone schmackhaft zu machen suchten. Sie überschütteten andere "Schuldensünder", die von einer fiktiven Stimme der Finanzmärkte niedergemacht wurden, mit moralischen Appellen, sich zu bekehren. Und sie redeten sich ein, dass die deutsche Wirtschaft den Zerfall des Euro schadlos überstehen könne. Sie faselten von mehr Markt und weniger Staat, von Wettbewerb auf flexiblen Arbeitsmärkten sowie von privater Ersparnis und Vorsorge gegen gesellschaftliche Risiken – wie aus dem neoklassischen Schulbuch.

 

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