"Schöner als der Morgenstern" - Gerechtigkeit im grünen Horizont?

Rede auf dem Neujahrsempfang des Bistums Hildesheim im Januar 2012

Aristoteles meinte, dass die Gerechtigkeit schöner als der Morgenstern sei. Denn sie steuere das richtige Verhalten der Menschen zueinander. Sie sei nicht bloß die ranghöchste Tugend, sondern vor allem die Grundnorm einer poltischen Ordnung. 

Nun behaupten 71 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland, dass die soziale Gerechtigkeit während der vergangenen vier Jahre weiter abgenommen habe, und dass die Verteilung der Einkommen und Vermögen ungerecht sei. Zu diesem Ergebnis kam eine Umfrage des Allensbach-Instituts, die Anfang 2010 durchgeführt wurde. Sind die Deutschen "gleichheitskrank", wie ein Verfassungsrichter vor einigen Jahren meinte, weil sie es als ungerecht empfinden, wenn der Nachbar im Monat 1000 Euro mehr verdient? Spiegeln die Umfrageergebnisse lediglich eine gefühlte Ungleichheit und Ungerechtigkeit? Oder gibt es statistische Belege für ein solches Gefühl?

 

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