Die "Bildungsrepublik" der Kanzlerin hat drei offene Flanken

Bundeskanzlerin Merkel hat 2008 die "Bildunsrepublik Deutschland" ausgerufen. Wer in der Folgezeit die Frage stellte, was sie mit diesem Zauberwort konkret gemeint haben könne, erinnert sich an wiederholte Aussagen, dass die Entwicklung von Spitzentechnologie und eine wirksame Hochschulfinanzierung die globale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft gewährleistee. Sie verschließt wohl die Augen davor, dass die so genannte Bildungsrepublik drei offene Flanken hat: Erstens liegen die private und öffentliche Regie der Bildung im Widerstreit. Zweitens durchzieht ein Riss die Bildungsinteressen bürgerlicher Milieus und die Bildungschancen breiter Bevölkerungsschichten. Und drittens ist die öffentliche Kontroverse um die Rangfolge des theoretischen Wissens und des Erfahrungswissen unverändert scharf.

Wie können die offenen Flanken geschlossen werden? Mit dem Leitbild erweiterter Beruflichkeit soll ein normativer Orientierungswechsel skizziert werden, der die Bildungsdefizite entschärft, die infolge der drei offenen Flanken entstanden sind

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