Wohnen ist kein Gut wie viele andere

Als Ende Februar 2014 die Sozialinitiative der beiden Großkirchen vorgestellt wurde, beriefen sich die kirchlichen Amtsträger auf ihr Gemeinsames Sozialwort von 1997. Zu Unrecht, denn diesmal war der öffentlichen Präsentation keine Konsultation des Kirchenvolks vorausgegangen. Zudem argumentierten die Kirchenleitungen weder entschieden vom Standpunkt der Armen noch überhaupt von einem ethischen Standpunkt aus. Mit keinem Wort erwähnten sie – anders als 1997 – das Risiko von Frauen, Jugendlichen und Familien mit Kindern, als Folge von Armut ihre Wohnung zu verlieren. Sie erwähnten auch nicht das Recht auf eine eigene Wohnung und die Pflicht des Staates, bedarfsgerechten und bezahlbaren Wohnraum für Familien mit Kindern bereitzustellen und ein kinder- und familienfreundliches Wohnumfeld zu schaffen. Wer erwartet hatte, dass sich die Bischöfe und die Evangelische Kirche wie damals verpflichtet hätten, eigene Grundstücke für einen sozialen Wohnungsbau zu Verfügung zu stellen, wurde enttäuscht. Deshalb soll eine ethische Reflexion über die wirtschaftliche und gesellschaftliche Dimension des Wohnens versucht werden.


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