Eigentum verpflichtet - weshalb und wozu?

Friedhelm Hengsbach SJ

In der Tageszeitung vom 11. April 2008 wurde berichtet, dass die Klimaallianz, ein Bündnis von 94 Umwelt- und Entwicklungsorganisationen, eine Spende von 0,5 Millionen € erhalten habe,  um  den  Widerstand  gegen  den  Bau  weiterer  Kohlekraftwerke  in  Deutschland  zu finanzieren. Das Geld stamme aus einem Zusammenschluss  internationaler Stiftungen, zu denen der britische Kurssicherungsfonds TCI gehört, der die Turbulenzen an der deutschen Börse  im  Jahr  2005  federführend  ausgelöst  hat.  Dieser  Finanzinvestor  halte Kapitalbeteiligungen an Kohlekraftwerken in Japan und China.  Greenpeace habe daraufhin die Allianz verlassen, attac habe gegen die Annahme der Spende gestimmt, während der BUND sich der Stimme enthielt.   

Bestätigt diese Meldung das Unbehagen und die Bedenken derjenigen, die nicht gewohnt sind, mit höheren Geldbeträgen und Geldvermögen umzugehen, die darüber besorgt sind, dass  sie  jede  Kontrollmöglichkeit  darüber  verlieren,  wo  und  wie  ihr  Geld  angelegt  wird, sobald sie es aus der Hand gegeben haben, die  ihre Skepsis nicht  los werden, ob sie mit den Geldspenden mehr  als  ein  gutes Gefühl  gewinnen,  zumal  jede  persönlich motivierte Steuerung versagt, sobald das Geld in den Strom globaler Finanzmärkte gerät?   

Solche besorgten Fragen, so berechtigt sie sein mögen, werden mich nicht davon abhalten, über  die Gründe  und Zwecke  der  verfassungsfesten Verpflichtung  nachzudenken,  die mit dem Eigentum verbunden ist.   

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