Verlagerung von Arbeitsplätzen. Entwicklungschancen und Menschenwürde

Bernhard Emunds

In der deutschen Öffentlichkeit kommt es immer wieder einmal zu intensiven Debatten über die Zukunft des Industriestandortes Deutschland. Werden nicht mehr und mehr industrielle Fertigungsschritte und die mit ihnen verbundenen Arbeitsplätze in Niedriglohnländer verlagert? Läuft die Bundesrepublik Gefahr, deindustrialisiert zu werden?   

Vor dem Hintergrund dieser Debatten hat die Sachverständigengruppe Weltwirtschaft und Sozialethik im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz eine sozialethische Studie zu der Verlagerung von Arbeitsplätzen erarbeitet. Hintergrundrecherchen, Projektleitung und redaktionelle Detailarbeit für diese Studie waren im Nell-Breuning-Institut der Hochschule Sankt Georgen gebündelt.  

Gegenstand der Studie sind die Verlagerungen einzelner Elemente der Wertschöpfungsketten und der damit verbundenen Arbeitsplätze aus Industrieländern in Entwicklungs- und Transformationsländer.  Die Studie schließt sich der wirtschaftswissenschaftlichen Fachsprache an und spricht von Offshoring. Darunter versteht man das Outsourcing über nationalstaatliche Grenzen hinweg: Die Vorstände der transnationalen Unternehmen zerlegen die Wertschöpfungsketten in einzelne Produktionsschritte oder Teildienstleistungen und vergeben diese dann weltweit an die aus ihrer Sicht profitabelsten Standorte. Zu diesen Verlagerungen kommt es zum einen durch Ausländische Direktinvestitionen, zum anderen dadurch, dass die Unternehmen mit eigenständigen Zuliefer- oder Dienstleistungsbetrieben in anderen Ländern Kooperationsbeziehungen aufbauen.   

Die zentralen Aussagen der Studie zu drei Themenfeldern möchte ich ihnen vorstellen.   

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