Beteiligung als Kernforderung sozialer Gerechtigkeit in Europa

Markus Demele

„Freiheit verpflichtet!“ – dieses große Motto unter dem der Kongress steht gilt in gleicher Weise für alle Themenzentren die heute hier parallel stattfinden. Ohne in Rivalitäten eintreten zu wollen glaube ich aber, dass ein verantwortungsvoller Freiheitsgebrauch gerade in der Arbeitswelt dringlicher ist denn je. Für die meisten Menschen ist ja ihrer Hände und Köpfe Arbeit erst der Ermöglichungsgrund für viele andere Lebensfelder wie Familie, gesellschaftliches Engagement und den Einsatz für die ärmeren Länder der Erde. Um unser physischen Überleben zu sichern, sind wir gezwungen unsere Arbeitskraft „zu Markte zu tragen“ – außer wir verfügen über genug Kapital um damit bis zum Ende unserer Tage auszukommen.

Der Markt für Arbeit ist einer der Märkte, dem in den letzten Jahren immer mehr Freiheit zugesprochen wurde. Eine Freiheit, ein Liberalismus, von dem man behauptet hat, er führe dazu, dass immer mehr Menschen die Möglichkeit erhalten in den Markt für Arbeit integriert zu werden. Ich möchte gerne im Folgenden zeigen, dass der Anspruch möglichst viele Menschen an Arbeitsmöglichkeiten zu beteiligen richtig und sogar entscheidend ist, um so etwas wie „soziale Gerechtigkeit“ zu verwirklichen. Dazu werden wir klären müssen, was wir überhaupt meinen, wenn wir von Gerechtigkeit oder gar sozialer Gerechtigkeit sprechen. Diese Klärung mag etwas mühsam erscheinen – doch ist sie wichtig, denn auch die hier zu verabschiedende Bratislaver Erklärung spricht auf vier Seiten fünfmal von sozialer Gerechtigkeit. Eine Begriffsbestimmung lohnt also. Etwas handfester möchte ich zu Beginn werden: Schauen wir auf die gegenwärtigen Trends und die Situation der arbeitenden Menschen, aber auch gerade der unfreiwillig nicht-arbeitenden Menschen in Europa, kommen wir schnell zum zweiten Teil des Kongressmottos – der Verpflichtung. In Freiheit sind wir dazu verpflichtet unsere globalisierte Wirtschaftswelt so zu gestalten, dass möglichst alle Menschen die Chance auf menschenwürdige Arbeit erhalten. Wie Kolping dieser Verpflichtung entsprechen kann, werde ich dann zum Ende hin versuchen aufzuzeigen

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