"Es darf keine Armut unter euch geben"

 Thomas Wagner

Als im Jahre 2005 die Europäische Kommission mit der Vorlage ihrer sozialpolitischen Agenda 2005-2010 anregte das Jahr 2010 zum "Europäischen Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung" auszurufen, waren die globale Finanz- und Wirtschaftskrise und die daran geknüpften massiven sozialen Folgen noch nicht absehbar. Fakt ist heute, dass sich die Welt, wie nie zuvor in unserer Geschichte, in arm und reich spaltet. Die Reichsten zwei Prozent haben mehr Vermögen als die untere Hälfte aller Staatshaushalte dieser Erde zusammen. Die reichsten 10 Prozent halten 85% des - weltweiten - Besitzes in Händen. Die drei reichsten Männer der Welt besitzen mehr als die ärmsten 48 Staaten dieser Erde. Fakt ist auch, dass die für die globale Finanzkrise 2008 Verantwortlichen freigekauft wurden, während die Kosten der kurzfristigen Rettungsmaßnahmen qua Staatsinterventionen sozialisiert wurden und im Jahr 2009 34 Millionen Menschen arbeitslos wurden, wie die "International Labor Organisation" sagt. Das Heer der Arbeitslosen ist dadurch auf 239 Millionen Menschen angewachsen (die höchste jemals registrierte Zahl). Weitere 200 Millionen Menschen arbeiten in prekären Jobverhältnissen und sind von Arbeitslosigkeit bedroht. Laut Weltbank werden bis Ende 2010 weitere 64 Millionen Menschen ihren Arbeitsplatz verloren haben.

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Es darf keine Armut unter Euch geben. Lösungsstrategien zur Überwindung gesellschaftlicher Exklusion, in: Gleichheit-Ungleichheit-Gerechtigkeit, Martin Dabrowski (Hrsg),Sozialethik konkret, Ferdinand Schöningh-Verlag, Paderborn, 2011 (im Erscheinen)