Finanzinvestoren in Deutschland - nützlich oder schädlich für wen?

Friedhelm Hengsbach SJ

Seit Mitte der 1970er Jahre, als das Bretton-Woods-Währungssystem mit festen, anpassungsfähigen Wechselkursen und kurzfristig durch Kredite des Internationalen Währungsfonds finanzierten Zahlungsbilanzausgleich aufgekündigt wurde, und verstärkt seit Mitte der 1990er Jahre, als die "New Economy" einen beispiellosen wirtschaftlichen Aufbruch verhieß, scheint ein globaler Finanzkapitalismus die vertrauten Formen des Unternehmerbzw. Managerkapitalismus abgelöst zu haben. Bestimmende Akteure einer globalen Wirtschaft sind nicht mehr dynamische Unternehmer im Sinn Schumpeters oder selbstherrliche Manager von Publikumsgesellschaften, sondern eine diffuse Konstellation aus Wertpapiermärkten, Finanzakteuren, der Finanzrechnung als leitendem Paradigma der Unternehmenskontrolle und einer relativen oder gar spekulativen Ablösung der monetären von der realwirtschaftlichen Sphäre. Diese Konstellation macht sich seit dem Ende des vergangenen Jahrhunderts verstärkt auch in Deutschland bemerkbar - im Auftreten von Finanzinvestoren, die deutsche Unternehmen als rentables Operationsfeld entdeckt haben. 

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