Wirtschaftsethische Bemerkungen zu den Pflichten, die dem Menschenrecht auf Nahrung entsprechen

Beitrag für die Dokumentation der Jahrestagung 2011 des Deutschen Ethikrats.

Im vorliegenden Beitrag geht es um ein angemessenes Verständnis der Pflichten, die aus dem Menschenrecht auf Nahrung folgen. Einleitend wird nicht nur der Inhalt des Menschenrechts knapp skizziert, sondern auch die Unterscheidung in innergesellschaftliche und transnationale Pflichten. Dann werden diese Verpflichtungen als gemeinsame politische Verantwortung beschrieben, strukturelle Ungerechtigkeit zu überwinden. Vor diesem Hintergrund werden Versuche kritisiert, die transnationalen Verpflichtungen der Menschen in den Industrieländern primär als Pflicht zu spenden zu begreifen. Zentral für die dauerhafte Verwirklichung des Menschenrechts auf Nahrung ist eben nicht die Übertragung von Einkommen von der nördlichen in die südliche Hemisphäre, sondern sind gesellschaftliche und internationale Strukturen, in denen die Menschen selbst ihren Lebensunterhalt erwirtschaften können. Vor dem Hintergrund, dass weit über die Hälfte der Unterernährten selbst in der Agrarwirtschaft arbeiten, wird schließlich angedeutet, was diese einfache Einsicht für die Entwicklungspolitik und für Reformen der Weltwirtschaft bedeuten könnte.

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