Vortrag: "Inequality and the Wealth Management Profession"

Am 27. September hat Brooke Harrington im Rahmen der vom Bundesforschungsministerium geförderten Summer School "Finanzsystem und Gesellschaft einen Vortrag über "Inequality and the Wealth Management Profession" gehalten. Zu der Veranstaltung hatte das Oswald von Nell-Breuning-Institut gemeinsam mit Kooperationspartnern eingeladen. 

Acht Menschen besitzen so viel Vermögen wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Wie konnte es so weit kommen? Und wer hat dies ermöglicht? Diesen zentralen Fragen ist Brooke Harrington in ihren Studien über Offshore-Geschäfte und die Profession der Vermögensmanager nachgegangen. In ihrem Vortrag erörterte sie, welchen Beitrag ihre Forschung zur Soziologie der Stratifikation, des Rechts und der Professionen leistet. Sie argumentierte erstens, dass die Ungleichheitsforschung das Vermögen (neben dem Einkommen) viel stärker berücksichtigen sollte. Zweitens zeigte sie auf, wie die Profession der Vermögensmanager und deren Offshore-Geschäfte eine Rekonfiguration von Machtverhältnissen zwischen dem Staat und globalen Wirtschaftseliten bewirkt. Eine Folge davon sei die zunehmende Rechtlosigkeit der Ultra-Reichen, wie sie sich etwa in Steuervermeidungspraktiken manifestiere. Zuletzt erörterte Harrington ihre ethnographische Forschungsmethodik. Um sich einen Zugang zur schwer erreichbaren Berufsgruppe der Vermögensmanager zu verschaffen, hatte sie sich selbst zur Vermögensmanagerin ausbilden lassen. Sie zeigte auf, wie mit diesem Vorgehen Dimensionen von Ungleichheit sichtbar werden, die durch die ausschließliche Fokussierung auf quantitativ-statistische Methoden im Dunkeln bleiben.

Den ganzen Vortrag finden Sie sowohl als Audio- als auch als Videomitschnitt hier.

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Eight people now own as much wealth as the 3.6 billion people who constitute the poorer 50% of humanity. How did we get here? Who made this happen? These are among the main empirical questions motivating Brooke Harrington’s research on offshore finance and wealth management. In her lecture, she discussed how her research contributes to the sociology of stratification, law and the professions. She argued that wealth should be central in the study of inequality. Second, she showed how offshore finance and the wealth management profession are provoking a reconfiguration of state power relative to global economic elites; one consequence of this is an increasing lawlessness among the ultra-rich, of which tax avoidance is just one symptom. In addition, Harrington discussed her method of immersion ethnography — training for two years to be a wealth manager, in order to gather data from 65 practitioners in 18 tax havens — and how this approach reveals aspects of inequality obscured by structural and statistical approaches.