CfP Workshop Ehtik: Grenzen der Moral

14. Workshop Ethik am 23.-25. März 2015, Martin-Niemöller-Haus, Schmitten-Arnoldshain

Der WORKSHOP ETHIK ist ein metaethisches Diskussionsforum, das sich vor allem an Nachwuchswissenschaftler/innen richtet. Auf dem 14. WORKSHOP ETHIK wollen wir uns mit der spannenden Frage nach den „Grenzen der Moral“ befassen. Ist die Moral wirklich für alles zuständig oder gibt es Fälle, in denen man ihren Anspruch zurückweisen muss? Gibt es so etwas wie einen illegitimen Imperialismus des Moralischen? So verwehrt sich beispielsweise die Kunst mit ihrem Autonomieanspruch gegen moralische Vorgaben. Ähnliches gilt für die Wissenschaft: Wahrheit darf nicht von Moral abhängig gemacht werden und auch die Suche nach ihr kann beeinträchtigt werden, wenn zu schnell moralische Verbote aufgestellt werden. Tiere oder sogar Pflanzen als Träger moralischer Rechte anzusehen, könnte eine unzulässige Ausweitung des Bereichs des Moralischen sein. Moralische Forderungen sind sicher dort fehl am Platz, wo jemand mit ihnen konfrontiert wird, der ihnen gar nicht nachkommen kann: Ultra posse nemo tenetur. Mit diesem Argument wird z.B. in der Wirtschaftsethik häufig begründet, dass moralische Appelle sinnlos seien, wenn die Rahmenbedingungen moralisches Handeln bestrafen. In Dilemma-Situationen steht man vor dem Problem, dass man nicht allen moralischen Normen zugleich entsprechen kann. Lässt sich ein solches Dilemma durch eine Begrenzung von Moral auflösen? Eine allzu dominante Moral kann die Sensibilität für die Besonderheiten eines Einzelfalls schwächen und verhindern, dass man ihm gerecht wird. Dafür, dass ein moralischer Rigorismus menschenverachtende Konsequenzen haben kann, gibt es in Geschichte und Gegenwart genügend Beispiele. Auch kann moralische Empörung – eigentlich eine wichtige Quelle ethischer Erkenntnis – unangebracht sein. Schließlich ist es denkbar, dass moralische Fortschritte im Übergang von einer „schlechteren“ zu einer „besseren“ Moral nur möglich sind, wenn erstere in ihre Schranken gewiesen wird oder sogar erst dann, wenn Moral überhaupt relativiert wird. Die Antwort auf die Frage nach Grenzen der Moral hängt sicherlich auch vom jeweiligen moraltheoretischen Ansatz ab. Schließlich kommt man aber auch um eine paradoxe Frage nicht herum: Wer bestimmt die Grenzen der Moral? Ist dafür nicht letztlich doch wieder nur die Moral fähig und zuständig?

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