15. Workshop Ethik: Quellen des Sollens

15. Workshop Ethik am 14.-16. März 2016, Martin-Niemöller-Haus, Schmitten-Arnoldshain

Der WORKSHOP ETHIK ist ein metaethisches Diskussionsforum, das sich vor allem an Nachwuchswissenschaftler/innen richtet.

Auf dem 15. Workshop Ethik wollen wir uns mit der Frage nach den Quellen des Sollens beschäftigen. In unserem Alltagsverständnis nehmen wir an, dass die Welt nicht nur die Gesamtheit aller natürlichen Tatsachen ist, sondern dass es auch so etwas wie Normativität oder moralisches Sollen gibt: Wir erfahren uns zumeist von moralischen Vorschriften ‚gebunden’, moralische Normen üben ‚Druck’ auf uns aus, wir haben manchmal ‚ein schlechtes Gewissen’. Wie sind solche Phänomene zu erklären? Auf was lassen sich solche Erfahrungen des moralischen Sollens zurückführen? Die Metaethik hat sich nach einer sprachphilosophisch geprägten Phase auch wieder mit den ontologischen Grundlagen unseres Moralverständnisses beschäftigt und sich gefragt, ob es so etwas wie moralische Tatsachen gibt, die unsere moralischen Urteile wahrmachen, was für einen ontologischen Status moralische Eigenschaften haben und in welchem Verhältnis diese zu natürlichen stehen. Man kann von hier aus aber noch weiter fragen: Was ist die Quelle der bindenden Kraft einer moralischen Norm? Woher kommt das unbedingte Sollen, wie kommt es in die Welt? Was ist der Grund dafür, dass bestimmte Handlungen überhaupt bestimmte moralische Eigenschaften haben? Sind es diese Gründe, die auch zum moralischen Handeln motivieren, oder sind Handlungsmotivationen etwas, das zusätzlich zu Gründen benötigt wird? Wer oder was stiftet diese normativen Zusammenhänge, wer oder was knüpft überhaupt diese Verbindungen?

Auf diese Fragen lassen sich Antworten aus ganz unterschiedlichen philosophischen und theologischen Traditionen entwickeln: Subjektivisten etwa machen das wohlverstandene Eigeninteresse, das rationale Wollen, zur Quelle, Kantianer die ‚reine praktische Vernunft’, Diskursethiker diskursiv erzielte Übereinkünfte, Platoniker nehmen ein a-personales absolutes Gutsein an, das die Quelle alles Sollens ist, ‚Divine Command’-Theoretiker führen das Gebieten Gottes an etc. Welche dieser Antworten sind überzeugend?

Am 15. WORKSHOP ETHIK werden mit Prof. Dr. Detlef Horster, Prof. Dr. Christoph Halbig und PD Dr. Eva Harasta ausgewiesene Experten/innen teilnehmen. Alle weiteren Vorträge werden von den Teilnehmern/innen übernommen. Für jeden Vortrag sind 20 Minuten mit anschließender 40-minütiger Diskussion vorgesehen.

Wenn Sie an einer Teilnahme interessiert sind, ohne einen Vortrag halten zu wollen, senden Sie uns bitte eine Nachricht, damit wir Ihnen das Tagungsprogramm zuschicken können.

Weitere Informationen: www.workshop-ethik.de