Die Ausgabe 1/2025 der ökumenischen Zeitschrift für Sozialethik 'ethikundgesellschaft' beinhaltet Beiträge zum Thema "Praktiken und Institutionen der Solidarität. Sozialethische und politisch-theologische Perspektiven". Mitherausgeber des Heftes ist Bernhard Emunds.
Als Zeitdiagnose stellen die Herausgeber:innen das Ende der Dominanz des Neoliberalismus fest, welcher den Solidaritätsbegriff für Jahrzehnte aus der Öffentlichkeit verdrängt hatte. Gleichzeitig muss sich Solidarität im Kontext multipler gesellschaftlicher Krisen beweisen. Solidarität heute, so die Herausgeber:innen, müsse angesichts neuer Herausforderungen selbst in neuen Formen auftreten, anstatt zu versuchen, Solidaritätspraktiken und –institutionen vor dem Neoliberalismus wiederzubeleben.
Um solche Praktiken und Institutionen der Solidarität in heutiger Form zu finden, stehen Analysen der Coronapandemie, des Ukrainekriegs, des Klimawandels und der Zuwanderung von Geflüchteten nach Europa im Vordergrund. Es werden aber auch theoretische Überlegungen etwa über die altruistischen, universalen und emotionalen Grundlagen der Solidarität gemacht und sich weniger medial präsenten Themen zugewandt, so etwa der Tierethik und der Prostitutionsdebatte.
Auch Jonas Hagedorn trägt zu dieser Ausgabe einen Artikel zum Thema „Moderne Gesellschaft und Solidarität“ bei, in welchem er für die Universalisierung und Institutionalisierung von Solidarität plädiert.
Die aktuellen Ausgabe ist frei online zugänglich.