Profil

Wirtschaftsethik und Gesellschaftsethik aus Frankfurt am Main

…in guter Tradition…

Das Oswald von Nell-Breuning-Institut für Wirtschafts- und Gesellschaftsethik wurde 1990 von der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen gegründet. Es dient der Forschung und Politikberatung aus der Perspektive der Christlichen Gesellschaftsethik, insbesondere der Wirtschaftsethik. Damit steht es in der Tradition der Katholischen Soziallehre, als deren Nestor der in Sankt Georgen lebende und lehrende Pater Oswald von Nell-Breuning SJ (1890-1991) in seinen letzten Lebensjahrzehnten galt.

...aber nicht traditionalistisch…

Unter den veränderten gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Bedingungen wird am Nell-Breuning-Institut die Katholische Soziallehre nicht fortgeschrieben, sondern christliche Wirtschafts- und Gesellschaftsethik innovativ weiterentwickelt. Ihre wissenschaftliche Kompetenz wird durch interdisziplinäre Forschungsarbeit gestärkt und ihre ethischen, theologischen und sozialwissenschaftlichen Grundlagen werden auf die Standards funktional differenzierter und pluraler Gesellschaften eingestellt. Dabei wird die wirtschafts- und gesellschaftsethische Forschung auf die Zukunftsaufgaben ausgerichtet, die sich heute aufdrängen.

Politische Wirtschaftsethik in Kirche und Gesellschaft

Wirtschaftsethik

Im Mittelpunkt der gesellschaftsethischen Arbeit des Instituts steht die Wirtschaftsethik, also die normative Reflexion des institutionellen Gerüstes auf gesellschaftlicher und internationaler Ebene, in dem Markttransaktionen durchgeführt werden sowie Unternehmen und andere Organisationen der Wertschöpfung wirtschaften. In der am Nell-Breuning-Institut betriebenen Politischen Wirtschaftsethik wird die Wirtschaft zuerst als Handlungsbereich demokratischer Gesellschaften begriffen, in denen die Bürger*innen selbst die Institutionen gestalten, in denen sie interagieren. Vor diesem Hintergrund ist es das Ziel der wirtschaftsethischen Forschung am Nell-Breuning-Institut, nicht nur zu ethischen und sozialwissenschaftlichen Fachdiskussionen, sondern auch zu aktuellen politisch-öffentlichen Debatten über soziale und ökologische Herausforderungen des Wirtschaftens beizutragen.

Politische Glaubenspraxis und Christliche Gesellschaftsethik

Eine solche Institutionenethik ist insofern christlich, als sie sich auf die politische Glaubenspraxis von Christ*innen bezieht, also auf ein Handeln, mit dem sie gesellschaftliche oder internationale Institution zu gestalten suchen. Aus ihrem Glauben heraus engagieren sich Christ*innen in Initiativen, sozialen Bewegungen, Parteien und Assoziationen verschiedener Couleur. Sie decken gesellschaftliche und internationale Problemlagen auf, stoßen moralische Lernprozesse an und tragen zur Weiterentwicklung gesellschaftlicher Ordnungsvorstellungen bei.

Die am Nell-Breuning-Institut betriebene Christliche Gesellschaftsethik nimmt die Zielvorstellungen dieser politisch engagierten Christ*innen auf, prüft, ob sie für alle Betroffenen zustimmungsfähig sind, und hilft dabei, diese Vorstellungen in politisch-öffentliche Debatten einzubringen.

Logo

Im Logo des Nell-Breuning-Instituts sind die geometrischen Grundelemente, Quadrat und Kreis, aus denen der Buchstabe i gebildet werden kann, derart zusammengefügt, dass die Aufmerksamkeit auf das Tüpfelchen auf dem i gelenkt wird. Damit erinnert das Logo an das i-Punkt-Vermächtnis Pater Oswald von Nell-Breunings SJ. Gefragt, welche Empfehlungen er jüngeren Generationen von Sozialethiker*innen geben könne, antwortete an seinem hundertsten Geburtstag: Er wolle

"...Auskunft darüber geben, welche Methode ich anwende und welche Methode ich jedem, der mir nachrückt, anempfehle und ans Herz legen möchte. Das ist das Verfahren, alles, was in der Meinung des Gegners an Wahrheitsgehalt enthalten ist, bis aufs Letzte, aufs Tüpfelchen auf dem i, anzuerkennen. Das ist für mich zunächst ein Gebot intellektueller Redlichkeit. Ich halte es aber darüber hinaus auch methodisch für die geeignetste und erfolgversprechendste Verfahrensweise."