Kooperationen

Frankfurter finanzethisches Forum

Seit den Anfängen der globalen Finanzkrise treffen sich Vertreter*innen aus Wissenschaft und Praxis, um interdisziplinär, institutionenübergreifend und über verschiedene politische Positionierungen hinweg drängende ethische und fachliche Fragen der Finanzbranche zu diskutieren.

Dabei standen zunächst Fragen der „Entkopplung“ der internationalen Finanzmärkte von der Realwirtschaft im Vordergrund. Weiterhin ging es immer wieder um Einschätzungen, welche Risiken im Finanzsystem akkumulieren und wer sie schließlich übernimmt. Im Laufe der letzten zehn Jahre kam es zu Umbrüchen in der Finanzbranche, neuen Regulierungen, politischen Krisen und technologischen Entwicklungen. Dieser Wandel und seine ethische Bewertung waren und sind Gegenstand der Vorträge und Diskussionsrunden des Frankfurter finanzethischen Forums.

Bei den Treffen des Forums geht es immer wieder um die Frage, wer auf welchen Ebenen der Finanzinstitute und der Finanzmarktpolitik über welche Handlungsspielräume und welchen Einfluss verfügt. Wer ist in welchem Maße für eine bessere Gestaltung der Finanzmärkte verantwortlich? Die einzelnen Mitarbeiter*innen in ihrem beruflichen Handeln? Die Vorstände in der Gestaltung von Unternehmensstrukturen? Die einschlägig arbeitenden Journalist*innen und Fachpolitiker*innen in den Prozessen der finanzmarktpolitischen Meinungsbildung und Entscheidungsfindung? Alle gemeinsam, zusammen mit den anderen Bürger*innen?

Abgesehen von einzelnen öffentlichen Veranstaltungen besteht das Forum aus einem internen Gesprächskreis, der dem intensiven fachlichen Austausch über aktuelle Entwicklungen der Finanzpraxis und die damit verbundenen ethischen Herausforderungen gewidmet ist. Zu dem Gesprächskreis eingeladen sind Praktiker*innen aus den Finanzinstituten und der Finanzmarktpolitik sowie Vertreter*innen verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen, der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, der Praktischen Philosophie und der theologischen Sozialethik. In diesem Dialogkontext haben Praktiker*innen die Möglichkeit, Zielkonflikte und Dilemmasituationen ihrer finanzwirtschaftlichen Praxis zu reflektieren, während Theoretiker*innen verschiedener Couleur ihre Analysen und Bewertungen mit den Einsichten und Einschätzungen von Brancheninsidern konfrontieren können.

Wo so viel unterschiedliches Wissen und informierte Fragen aufeinandertreffen, entstehen neue Perspektiven für den je eigenen professionellen Kontext. Zugleich hat der intensive Austausch auch gesellschaftlichen Wert, weil Brücken und Übersetzungen zwischen Systemrationalitäten ermöglicht werden.

Das Frankfurter finanzethische Forum wird von der Katholischen Akademie Rabanus Maurus, der Frankfurt School of Finance & Management und dem Nell-Breuning-Institut getragen.

Wenn Sie Interesse haben, im Gesprächskreis des Frankfurter finanzethischen Forums, der sich drei bis vier Mal im Jahr trifft, mitzuwirken, wenden Sie sich bitte an Herrn Dr. Georg Horntrich von der Katholischen Akademie Rabanus Maurus.

Interdisziplinäre Tagungsreihe „Die Wirtschaft der Gesellschaft“

Zerplatzende Wachstumsillusionen, begrenzte Tragekapazitäten der Erde, verselbständigte Finanzwirtschaft, Pluralisierung der Lebensformen und Divergenz der Lebensbedingungen... – das Wirtschaftssystem steht vor Herausforderungen grundlegenden Wandels. Zukunftsfähige Gestaltungsvorschläge entstehen aber nicht im disziplinären Elfenbeinturm, sondern bedürfen der öffentlichen Debatte und des fächerübergreifenden Austauschs von Expert*innen.

Als ein Forum für solche interdisziplinären Dialoge veranstaltet das Nell-Breuning-Institut zusammen mit der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft Heidelberg (FEST) eine interdisziplinäre Tagungsreihe, deren Ergebnisse im Metropolis-Verlag in den Jahrbüchern „Die Wirtschaft der Gesellschaft“ veröffentlicht werden.

"ethikundgesellschaft" - Ökumenische Zeitschrift für Sozialethik

"ethikundgesellschaft" ist eine ökumenisch und interdisziplinär ausgerichtete Internet-Zeitschrift zu aktuellen Themen der theologischen Sozialethik. Sie enthält wissenschaftliche Beiträge, die Probleme und Interessen der politischen Gestaltung von gesellschaftlichen Verhältnissen bearbeiten. Die thematischen Artikel werden jeweils in einer kurzen Zusammenfassung vorgestellt und stehen als PDF-Dateien zum kostenlosen Download bereit. Die Zeitschrift erscheint mindestens zweimal im Jahr.

Bernhard Emunds ist Mitglied des Redaktionsbeirates.

Buchreihe "ethikundgesellschaft"

Herausgegeben von Michelle Becka, Bernhard Emunds, Johannes Eurich, Gisela Kubon-Gilke, Torsten Meireis und Matthias Möhring-Hesse erscheint "ethikundgesellschaft" im Nomos-Verlag, Baden-Baden.

In der Buchreihe "ethikundgesellschaft" werden Themen der theologischen Sozialethik bearbeitet – im Fach Sozialethik oder aus wirtschafts- oder sozialwissenschaftlichen Disziplinen heraus und mit Bezug zur Sozialethik.

Die Buchreihe ist ökumenisch orientiert: Fragen der sozialen Ordnung stellen sich theologisch nicht länger auf konfessionellen Bahnen, sondern bedürfen einer gemeinsamen, ökumenischen Bearbeitung in einer gemeinsamen, ökumenischen Sprache.

Die Buchreihe ist interdisziplinär ausgerichtet: Nur mit Bezug auf sozial- und wirtschaftswissenschaftliche Expertise lassen sich Themen der sozialen Ordnung sozialethisch reflektieren, wie andererseits eben auch die Sozial- und Wirtschaftswissenschaften der normativen Reflexion ihrer Begriffe, Konzepte und Theorien bedürfen.

Die Buchreihe versteht sich als Beitrag zu einer kritischen öffentlichen Theologie: Öffentlich und kirchlich relevant wird die theologische Sozialethik, wenn sie zu zeigen vermag, dass das, was gesellschaftlich bestimmend ist, nicht schon deshalb gerecht ist, weil es besteht und alternativlos scheint.

In der Buchreihe erscheinen Monografien, zum Beispiel Qualifikationsarbeiten aus dem Bereich der theologischen Sozialethik, und interdisziplinäre Sammelbände zu sozialethischen Themen.

Forum Sozialethik

Das Forum Sozialethik ist eine Initiative junger Sozialethiker*innen. Das Forum dient dem Austausch von Nachwuchswissenschaftler*innen (Promotion, Habilitation, Privatdozent*innen) sowie fortgeschrittenen Studierenden des Faches Sozialethik und angrenzenden sozialwissenschaftlichen Disziplinen im deutschsprachigen Raum.

Das Forum Sozialethik veranstaltet jährlich eine Tagung zu einem je eigenen Schwerpunktthema. Informationen und Calls for Papers dazu werden auf der Homepage veröffentlicht.

Europäische Akademie der Arbeit (EAdA)

Die Europäische Akademie der Arbeit in der Goethe-Universität Frankfurt am Main, die aus der Akademie der Arbeit (AdA) hervorgegangen ist, ist eine gemeinnützige Stiftung zum Zweck der Lehre und Forschung. Sie bildet seit über 90 Jahren Arbeitnehmer*innen für ihre Aufgaben im wirtschaftlichen und öffentlichen Leben aus und fördert dadurch Wissenschaft, Erziehung und Berufsbildung.

Die EAdA bietet für alle Interessierten mit Berufserfahrung ein elfmonatiges Vollzeitstudium auf dem Gebiet der Arbeitsbeziehungen an. Für diesen Zweck betreibt die Akademie auch ein Internat. Die Studienschwerpunkte liegen in Fragen des deutschen und europäischen Arbeitsrechts und der Mitbestimmung, der Gleichbehandlung im Betrieb, dem Wandel der Interessenvertretung im betrieblichen und wirtschaftlichen Strukturwandel sowie in Fragen der Sozialpolitik. Darüber hinaus finden in unregelmäßigen Abständen Fort- und Weiterbildungen sowie öffentliche Diskussionsveranstaltungen statt.

Die EAdA arbeitet in Kooperation mit der Goethe-Universität und der Fachhochschule Frankfurt am Main. Kurz nach der Gründung der Akademie nahm Pater von Nell-Breuning seine Lehrtätigkeit auf, die über lange Jahrzehnte währte. In dieser Tradition beteiligen sich heute Frankfurter SozialethikerInnen aus dem Nell-Breuning-Institut und seinem Kontext mit dem Kurs „Wirtschaftsethik“ an den Lehrgängen. Dazu gehören Bernhard Emunds, Thomas Wagner und Stefanie Wahl.

Arbeitskreis Sozialpolitik des Bistums Limburg

Der Sozialpolitische Arbeitskreis des Bistums Limburg ist ein Arbeitskreis des Bischofs von Limburg. Er hat die Aufgabe, die anwaltschaftliche Interessenvertretung des Bistums für die Benachteiligten zu stärken, dazu beizutragen, dass sich das Bistum fundiert und mit nachhaltiger öffentlicher Wirkung in sozialen Fragen zu Wort meldet. Er hat zudem die Aufgabe, die vorhandenen sozialpolitischen Ressourcen im Raum des Bistums Limburg durch Informationsaustausch und Absprache von Kooperationen zu bündeln und die synodalen Gremien zu beraten.

Institutionelle Mitglieder des Arbeitskreises sind: der Caritasverband für die Diözese Limburg, die Katholische Akademie Rabanus Maurus, die Abteilung Weltkirche im Dezernat Pastorale Dienste und die AG Verbände des Bistums Limburg.

Beratende Mitglieder des Arbeitskreises sind: das Nell-Breuning-Institut und das Kommissariat der Katholischen Bischöfe im Lande Hessen.

Frankfurter Arbeitskreis Armutsforschung

Im Arbeitskreis Armutsforschung tauschen sich Wissenschaftler*innen, Vertreter*innen von Wohlfahrtsverbänden und andere Praktiker*innen aus. Der Arbeitskreis trifft sich dreimal jährlich in der Geschäftsstelle der Diakonie Hessen und wird geleitet von Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn, MdB und Dr. Felix Blaser.


Nationale Armutskonferenz (nak)

Die Nationale Armutskonferenz (nak) ist im Herbst 1991 als deutsche Sektion des Europäischen Armutsnetzwerks EAPN (European Anti Poverty Network) gegründet worden. Sie ist ein Bündnis von Organisationen, Verbänden und Initiativen, die sich für eine aktive Politik der Armutsbekämpfung einsetzen. Daneben wirken in der nak auch Menschen mit Armutserfahrung bzw. Selbsthilfeorganisationen mit, die ihre Erfahrungen und Perspektiven einbringen und ihre Lösungsansätze im Kampf gegen Armut und soziale Ausgrenzung aufzeigen. Mehr Informationen über die Arbeit der Nationalen Armutskonferenz finden Sie in der Jubliläumsbroschüre „Raus aus der Armut“ 25 Jahre Armutskonferenz.

Das Nell-Breuning-Institut ist seit 2016 Gastmitglied in der nak und wirkt beratend mit.