DFG-Projektstart „Sozialethik der internationalen Anwerbung von Gesundheitsfachpersonal“

Geschrieben am 27.06.2025
in: Aus dem Institut

Am 01.05.2025 ist das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Projekt „Sozialethik der internationalen Anwerbung von Gesundheitsfachpersonal. Eine christlich-sozialethische Integration globaler und nationaler Perspektiven“ gestartet. Das Projekt wird gemeinsam im Rahmen von drei Teilprojekten an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, dem Nell-Breuning-Institut an der PTH Sankt Georgen Frankfurt am Main und der Theologischen Fakultät Paderborn durchgeführt. Am NBI wird das Projekt durch Lisa Neubauer bearbeitet.

Im Rahmen des Projektes wird innerhalb der Laufzeit von 36 Monaten ein sozialethisches Konzept zur Bewertung internationaler Anwerbungsprozesse von Gesundheitsfachpersonal erarbeitet. Versuche, die Personalnot im Gesundheitswesen durch gezielte Migration zu lindern, werden mittels Expert:inneninterviews erhoben und anschließend ethisch eingeordnet. Grundlage der sozialethischen Reflexion sind die Rezeption der einschlägigen Debatten in den Sozialwissenschaften, in Public Health und Ethik sowie in der gesundheitspolitischen Fachöffentlichkeit.

Relevante Themen sind u.a. die internationale Arbeitsmigration und die Integration gezielt angeworbener migrantischer Fachkräfte, die Entwicklungen der Pflege und der Gesundheitsversorgung insgesamt sowie das Konzept der Nachhaltigkeit.

Durch die verschiedenen Anwerbungskonzepte von Gesundheitsfachpersonal werden ethische Fragen aufgeworfen, die die Modalitäten, Ziele und Konsequenzen der einzelnen Anwerbestrategien betreffen. Dabei zielt das Forschungsprojekt eine mehrdimensionale ethische Bewertung der Anwerbungsthematik an, die nicht nur auf die Entwicklungen in Deutschland als einem Anwerbeland schaut, sondern auch die Auswirkungen dieser Migration auf die Herkunftsländer (in diesem Fall: Mexiko) sowie Versuche der Ausrichtung und Regulierung der Anwerbung auf globaler Ebene berücksichtigt. In allen drei Kontexten werden ethische Positionierungen mit menschenrechtlichem, konsequentialistisch-wohlfahrtsorientiertem oder partikular-sittlichem Hintergrund erhoben. Deren kritische Sichtung mündet am Ende in eine christlich-sozialethische Positionierung als Gesamtergebnis des Projektes.

Am NBI ist das Teilprojekt 2 mit Schwerpunktsetzung auf die Anwerbepraxis nichtstaatlicher Akteure des deutschen Gesundheitssystems angesiedelt.