Das Hamburger Institut für Sozialforschung (HIS) veranstaltet regelmäßig Gesprächsrunden zu hauseigenen Publikationen. Am 13. Oktober war Bernhard Emunds als Diskussionsgast mit Aaron Sahr zu dessen Buch Fake Coins. Digitales Geld und analoge Freiheit in Hamburg.
Ausgehend von der Debatte um Kryptowährungen wie Bitcoin wurden Fragen des Geldschöpfungssystems und eine grundsätzlich kapitalismuskritische Haltung diskutiert. Dass die bestehende Geldordnung – der Kapitalismus – Ungerechtigkeiten hervorbringt, war dabei Konsens. Uneinigkeit herrschte jedoch bei der Frage der Lenkung des Geldsystems und darüber, wie Geld in die Gesellschaft eingespeist werden kann. Da es sich bei Kryptowährungen um ein Geldsystem handelt, das ohne Vermittlungsinstanzen, wie etwa Banken oder staatliche Akteure, auskommt, wurden auch Fragen des Freiheitsverständnis und Forderungen nach Freiheit bzw. Freiheitsspielräumen thematisiert. Daran schloss sich eine Debatte um Freiheit im Kontext einer arbeitsteiligen Gesellschaft an. Emunds kritisierte hier, dass bei Kryptowährungen wie Bitcoin ein negatives Freiheitsverständnis, also eine Freiheit von, überzogen werde.
Als Fazit des Abends wurde klar, dass anhand der Debatte um Bitcoins deutlich werden kann, dass es grundsätzlich Alternativen zum bestehenden Geldsystem gibt, die Fragen nach Freiheit, Freiheitsspielräumen und damit Gerechtigkeit noch einmal neu aufwerfen.
Das Gespräch wurde aufgezeichnet und kann hier nachgesehen werden.