Die Internationale Zeitschrift für christliche Sozialethik "Amos-International" hat ein Sonderheft anlässlich des Erscheinens der Enzyklika "Magnifica humanitas" herausgegeben. Darin schreibt Bernhard Emunds über den Blick von Papst Leo XIV. auf die Macht der Tech-Konzerne und spricht von einer "Kapitalismuskritik ohne Kapitalismusbegriff".
Magnifica humanitas beschreibt den Einfluss der Tech-Konzerne, der wichtigsten Anbieter von KI-Tools, auf den Alltag der Menschen, die Marktmacht der Konzerne und ihren Einfluss auf nationalstaatliche Politik. Damit setzt die Enzyklika die (auf die Macht von Konzernvorständen zentrierte) Gesellschaftskritik von Laudato si’ (2015) fort – eine Kapitalismuskritik, die den Begriff „Kapitalismus“ meidet. Die Kritik an der Macht der digitalen Großunternehmen mündet in der neuen Enzyklika in die Forderung, sie „öffentlicher Kontrolle“ zu unterstellen. Dabei bleibt offen, ob Leo XIV. eine staatliche Oberaufsicht und Steuerung privater Konzerne anzielt oder eine Bereitstellung der digitalen Infrastruktur durch öffentliche Unternehmen. Falls es um Letzteres geht, könnten Konzepte der traditionellen katholischen Eigentumsethik helfen, zu einer soliden wirtschaftsethischen Positionierung zu finden - so die Zusammenfassung des Beitrags.
Das gesamte Heft kann hier erworben werden.