Position: Papst Leo stellt die Machtfrage im Digitalkapitalismus

Geschrieben am 27.05.2026
in: Positionen

Position 2/2026: Papst Leo stellt die Machtfrage im Digitalkapitalismus

Zu einem zentralen Anliegen der Sozialenzyklika Magnifica Humanitas

Die ungeheure Macht der Tech-Konzerne, ihrer Eigentümer und Top-Manager sowie ihr Streben, diese Macht immer weiter zu steigern, bilden ein zentrales Thema der Sozialenzyklika Magnifica Humanitas, die Papst Leo XIV. am Pfingstmontag (25. Mai 2026) veröffentlicht hat. Besonderes Profil gewinnen die Warnungen vor dem omnipräsenten Einfluss und dem „Herrschaftsstreben“ (90) der Tech-Konzerne dadurch, dass Papst Leo die Kritik seines Vorgängers an der Macht großer Unternehmen aufgreift. Dieser hatte 2015 in der Enzyklika Laudato Si’ die ins Unermessliche gestiegenen zerstörerischen Macht der Vorstände großer Konzerne beklagt, die auf der Jagd nach maximalen Profiten mit ihrer expansiven Geschäftspolitik die Naturzerstörung immer weiter und immer schneller vorantreiben. Diese scharfe Kritik rezipiert die neue Sozialenzyklika und bezieht sie auf die Macht der Tech-Konzerne, die das Alltagslebend er Menschen immer weiter dominieren. Aufgrund dieser Zeitdiagnose fordert sie nicht nur eine konsequente Regulierung, sondern auch den Auf- und Ausbau einer öffentlichen Kontrolle über die Digitalwirtschaft. In seiner ersten Reaktion auf die Sozialenzyklika geht Bernhard Emunds diesem Motiv von Magnifica Humanitas nach.

Die Position als PDF finden Sie hier.

Eine umfangreiche Liste an sozialethischen Kommentaren zu Magnifica Humanitas finden Sie auf dem Blog der AG Christliche Sozialethik: https://www.christliche-sozialethik.de/2026/05/27/magnifica-humanitas-stimmen-aus-der-christlichen-sozialethik/