Durch das Walter-Benjamin-Programm fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft besonders qualifizierte Postdoktorand:innen im Anschluss an die Promotion in der selbstständigen Umsetzung eines Forschungsvorhabens am Ort ihrer Wahl. Unsere assoziierte Wissenschaftlerin Esther Jünger setzt nun im Rahmen dieser Programmlinie das Projekt „Zur Nachhaltigkeit verpflichtet? Über den landwirtschaftlichen Umgang mit dem Gemeingut Boden in der Spannung zwischen Eigeninteressen und Gerechtigkeit“ an der Hochschule für Philosophie München durch. Das Projekt wird durch den Präsidenten der Hochschule, Prof. Dr. Dr. Johannes Wallacher, beratend begleitet.
Jünger möchte in diesem Projekt eine durch die sozial-ökologische Wirtschaftsethik motivierte Perspektive auf Nachhaltigkeitsverpflichtungen in der Landwirtschaft einnehmen. Ausgangspunkt für die Überlegungen ist dabei die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union. Ziel des Projektes ist es dabei nicht nur die Akteur:innenperspektiven in der EU-Landwirtschaftspolitik zu identifizieren, sondern zum einen ethische Argumente für und wider höhere Nachhaltigkeitspflichten zu definieren und diese gegen wirtschaftstheoretische, bzw. politisch-ökonomische Argumente abzuwägen. Aus dieser von ihr „Kartographie der Standpunkte“ genannten Übersicht sollen dann Anhaltspunkte für eine ethische Perspektive in der Begleitung der Transformation der Landwirtschaft herausgearbeitet werden.