Wohnungsungleichheit zwischen Mieter:innen und Eigenheimbesitzer:innen: Empirische Belege und bodenpolitische Debatten in Deutschland

Geschrieben am 29.04.2026
in: Publikationen

Im Rahmen des Forschungsprojekts „Umstrittener städtischer Boden“ ist ein Artikel von Julian Degan zusammen mit Beatriz Gaitan und Kai Lessmann vom Potsdamer-Institut für Klimafolgenforschung in der Reihe der Frankfurter Arbeitspapier zur gesellschaftsethischen und sozialwissenschaftlichen Forschung erschienen.

Degan, Gaitan und Lessmann untersuchen welche verteilungsökonomischen Auswirkungen Wohnkosten und Vermögen auf Mieter:innen und Eigentümer:innen haben. Das Arbeitspapier verbindet eine deskriptiv-statistische Analyse der Wohnungsungleichheit mit einer Diskursanalyse der Bodenpolitik in Deutschland. Die Autor:innen dokumentieren erhebliche Ungleichheiten zwischen Mieter:innen und Eigentümer:innen, die aus dem jüngsten Immobilienboom resultieren. Mieter:innen mit niedrigem Einkommen sind mit einer hohen Mietbelastung konfrontiert, während Vermieter:innen erhebliche Vermögensgewinne erzielen. In der politischen Debatte wird die Bodenpolitik weithin als eine zentrale Maßnahme zur Bewältigung der Wohnungskrise angesehen. Innerhalb der deutschen Bodenpolitikdebatten lassen sich vier idealtypische Positionen identifizieren – wirtschaftsliberal, marktkomplementär, aktiv-öffentlich und postmarktlich –, die grundlegend unterschiedliche Lösungen vorschlagen, die von einer marktbasierten Angebotserweiterung bis zur Entkommodifizierung von Boden durch öffentliches oder gemeinschaftliches Eigentum reichen.

Das gesamte Arbeitspapier steht Ihnen hier digital zur Verfügung und wird auf Anfrage an nbi@sankt-georgen.de in der Druckfassung versandt.